Cocablätter pflücken
 
 
 
Mama Coca führte ihn an die Macht
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"Eines Tages fing ich an, mit den Siedlern Fußball zu spielen und wurde Torschützenkönig. Danach wollten alle, daß ich mit ihnen spiele. Sie fragten: ' Hey Junge, wo sind deine Felder? Seit wann lebst du hier?' und am Abend kamen sie mich besuchen. So schloß ich mit ihnen Freundschaft."

"In den tropischen Regionen des Chapare war das Leben hart und von Gebrauch von Äxten und Macheten platzte die Haut an den Händen auf. Die Siedler sagen dazu, daß die Hände Blut weinen, aber auf meinem Land wuchsen, wie ich mir nie vorher vorgestellt hätte, Orangen, Papayas, Grapefruits und Koka."

Evo als junger Kokabauer


" Als ich zum ersten Mal Koka ernten ging, mußten die Blätter von den Pflanzen entfernt werden. Ich nahm mir also eine Reihe vor und während ich arbeitete, taucht vor mir eine Pflanze auf, die zwar dieselbe Größe hatte wie die Kokapflanzen, aber Dornen hatte. Fünf Meter weiter stand plötzlich schon wieder so eine Dornenpflanze. Zu meinen Kollegen sagte ich: 'Diese dornigen Pflanzen lassen mich einfach nicht vorankommen mit der Arbeit' und sie lachten mich aus während sie mir antworteten, daß zwischen den Kokapflanzen immer jeweils im Abstand von fünf Metern ein Orangenbaum gepflanzt wird. Bis heute sagen meine Kameraden zu mir: 'Hey Evo, du hast die Orangen geerntet'!"

"Ein Ereignis, welches für immer in meinen Gedanken und meinem Gewissen verankert sein wird, geschah 1981 in Senda Bayer, in der Region von Chipiriri: ein Kokabauer wurde damals auf brutalste Weise von betrunkenen Soldaten der Regierung Garcia Mezas verprügelt, da er sich nicht des Drogenschmuggels schuldig bekennen wollte. Deshalb übergossen sie ihn, ohne Gefühlsregung mit Benzin, und verbrannten ihn vor den Augen der Siedler."

"Es war ein schreckliches Verbrechen. Seit diesem Tag habe ich mir geschworen, unermüdlich für die Einhaltung der Menschenrechte, den Frieden, die Unverletzlichkeit unserer Ländereien, den freien Anbau der Kokapflanzen, die Bodenschätze, den Grundbesitz, die Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit, die Würde der Bolivianer und für unsere Freiheit zu kämpfen."

1981 wird der Kokabauer und Sportler Evo zum Sportsekretär seiner Gewerkschaft in San Francisco ernannt. Als jedoch sein Vater im Jahr 1983 verstarb, mußte Evo sein gewerkschaftliches Engagement ruhen lassen, um sich ausschließlich der Arbeit in seinen Feldern und seiner Familie zu widmen. Darüber hinaus mußte er häufig vom Chapare nach Orinoca reisen, um auch in seiner Heimat bei der Feldarbeit mitzuhelfen.